Am 19. und 20. Januar war es soweit: Vertreter von „Management TransFair“ kamen zu uns an die Schule und luden die Schüler der EPH zum Berufsorientierungscamp 2015 ein. Spaß, neue Erlebnisse und Informationen waren garantiert und so machten sich am Montag knapp 110 Wissbegierige auf den Weg zu den Zelten der Berufsorientierung.

Aufgeregte Schüler, geschäftige Lehrer und neue Gesichter – klare Anzeichen für eine Veranstaltung in den Mauern des Filder Bendens. Doch nicht irgendeine Veranstaltung hat in diesen Tagen Einzug in den Stundenplan der Schüler der Jahrgangsstufe 10 gehalten, sondern genau die eine, lang Ersehnte: das Berufsorientierungscamp. Was kann ich später einmal machen? Welcher Beruf kommt für mich in Frage? Wie komme ich dahin, wo ich hin möchte? Welche Möglichkeiten habe ich? Fragen, mit denen sich manche wohl schon auseinandergesetzt haben. Für viele Schüler sind „Studium und Beruf“ jedoch noch Begriffe, die Neuland bedeuten. Das soll sich an diesen Tagen im Januar ändern.

Das Smart-Board flammt auf. Noch einmal hebt sich das Stimmengewirr zu einem erwartungsvollen Rauschen bevor es langsam abebbt. Eine aufgeregte Ruhe erfüllt den Raum, knapp vierzig Schüler drängen sich um einen guten Blick auf das Geschehen zu haben. Dann beginnt die Präsentation zur Studienorientierung …

Die Besonderheiten der Studienwahl in Abgrenzung zur Wahl einer Ausbildunsstelle, Bachelor-Studiengänge, duale Studiengänge, Voraussetzungen, Merkmale, Angebote … Erst einmal einen allgemeinen Überblick gewinnen. „Hier eine Übersicht zu den verschiedenen Studienfeldern …“ – und was für eine! Von ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen zum Studium rund um „Lehramt“, von Architekt bis Zahnarzt, die Informationen sprudeln nur so aus der Präsentation hervor. Was studiert man wohl in mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen? Kurze Beratung mit dem Nachbarn “ Mathe, Chemie, Informatik“ … langsam werden verschlafene Schüler wach. Studiengänge im Gesundheitswesen, wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Studiengänge – Begriffe wie Arzt, Jura, BWL und VWL fallen. Man kommt zu den geistes-und sozialwissenschaftlichen Studiengängen. Einen Moment herrscht Ratlosigkeit, doch Vorschläge für Fächer dieses Studiums lassen nicht lange auf sich warten: „Psychologie!“, „Philosophie!“, „Geschichte!“, „Germanistik!“ – „Alles richtig!“ Doch dann die Überraschung: Auch Sport wird zu diesem Berufsfeld gezählt. Nicht wenige Jungs tauschen verwunderte Blicke.

Mit den Erläuterungen zu Gestaltung und Design sowie „Lehramt“ geht die Präsentation dem Ende entgegen. Spätestens jetzt ist klar: die Bandbreite der Möglichkeiten in der Zukunft ist überwältigend! In zwei Räumen kommen die Schüler nun in World Cafés zusammen – doch von Kaffee und Kuchen keine Spur. Fieberhaft wird an Plakaten gearbeitet, die einen Einblick in die Berufsfelder geben, bevor man sich dann nach Interessen spezifiziert. Es wird in dicken Studien- und Berufswahlübersichten geblättert und geschmökert, gefragt und beraten. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Mit den erarbeiteten Vorträgen sind alle mehr als zufrieden.

In den Pausen trifft man dann seine Mitschüler, tauscht sich aus. Es gibt viel zu berichten: Während die eine Hälfte der Jahrgangsstufe in World Cafés kreativ ist, nimmt die andere Hälfte am Online-Test „StudiFinder“ teil. Gruppenübungen stellen Vorgehensweisen von Assessment-Centern und Verhaltensrichtlinien der Bewerber nach. Auch hier zahlen sich Gruppenarbeit und Kreativität aus, wenn verschiedene Modelle von Kirmesattraktionen entworfen, diskutiert, wieder verworfen und schließlich präsentiert werden.

Am nächsten Tag wird gewechselt, so dass beide Gruppen jeweils am „World Café“, am „StudiFinder“ und an den Gruppenübungen teilnehmen können. Neben den Programmen am Montag und Dienstag folgen noch persönliche Auswertungsgespräche, in denen Berufseignungen und Berufsfeldempfehlungen besprochen werden und auch die Eltern sind herzlich eingeladen, wenn das Gespräch mit dem Sohn/ der Tochter ansteht.

Fragen, Fragen, Fragen, Antworten über Antworten, Informationen in Hülle und Fülle und dabei individuelle Förderung und persönliche Beratung jedes Schülers – in zwei Tagen haben die Schüler erfolgreich ihr Camp im Neuland „Studium und Beruf“ aufgeschlagen und eine Menge erlebt. Sie sind auf den verschiedensten Pfaden gewandert, haben mit Einheimischen geplaudert und auch die schwierigsten Hindernisse mit Bravour bewältigt. Den Spaß, die Anregungen und Ideen des Berufsorientierungscamps nehmen sie wieder mit auf das Terrain des Unterrichtes, wo Berichte über die Erlebnisse und gewonnenen Erfahrungen schon sehnsüchtig erwartet werden.