Wir sind mal wieder sportbegeistert und schmücken uns, wenn wir es dürfen, mit fremden Federn.

Unser Sportler des Jahres 2015, Luca Senftleben, war dabei:

„Zufällig bin ich auf die Wette der WDR-Lokalzeit Köln aufmerksam geworden: Den 20. Geburtstag des Köln-Marathons am 2. Oktober 2016 wollte man bei der WDR-Lokalzeit Köln mit einer ganz besonderen Wette feiern: 42 gegen einen. Eine Zuschauerstaffel aus 42 Läuferinnen und Läufern sollte schneller laufen als der diesjährige Einzelsieger! Lust hatte ich sofort! Beim Casting, das unter den Augen einer Jury (bestehend aus Britta Heidemann, Fechtweltmeisterin, Hendrik Pfeiffer, Olympia-Marathonläufer, Prof. Ingo Froböse, Deutsche Sporthochschule und Ingo Hülsmann, Redaktionsleiter WDR Lokalzeit aus Köln) Anfang Juni in Köln stattfand, wurde ich ausgewählt, dabei zu sein!

Es folgten mehrere Treffen in Köln – für das am 4.7. benötigte ich die besagte Unterrichtsbefreiung – bei denen wir auf unseren Staffellauf vorbereitet wurden. Dabei lag neben den sportlichen Aspekten ein großes Augenmerk auf organisatorischen Fragen: in welcher Reihenfolge starten wir, wo muss ich stehen, auf welcher Straßenseite wird mein Staffelstab übergeben, auf welcher gebe ich ihn wieder ab, was ist, wenn ich kurzfristig doch nicht mitmachen kann usw. usw. Es war spannend zu erleben, wie viel Aufwand zu betreiben ist, um eine solche Spaß-Wette umzusetzen.

Kurz vor den Herbstferien war es dann endlich so weit. Um sicher zu gehen rechtzeitig anzukommen, sind wir früh morgens Richtung Köln aufgebrochen. Glücklicherweise durften wir in der WDR-Tiefgarage parken, wodurch uns eine lange Parkplatzsuche erspart blieb. So hat der Tag perfekt für uns begonnen. Wir lagen nun prima in der Zeit, konnten sogar dem Dom noch einen kurzen Besuch abstatten, bevor ich mich zu Kilometer zwei aufmachte, denn dort sollte ich starten. Eine gerade Strecke, die gut zu laufen war, lag vor mir. Die verabredete Telefonkette, die uns Läufer in Verbindung halten sollte, klappte hervorragend. Mein Vordermann meldete sich ordnungsgemäß bei mir, so dass ich wusste, wann ich in etwa mit der Staffelstabübergabe rechnen konnte. Durch Winken machte ich auf mich aufmerksam. Auch wenn wir alle ein rotes „42 gegen 1“-Shirt trugen, war es bei der Vielzahl der Läufer nicht immer leicht, den richtigen Läufer zu entdecken. Alles lief rund, die Stabübergabe auch, also lief ich los. Winkend wurde ich von meinem „Nachfolger“ erwartet, der sich nun auf den Weg machte. Es blieb jetzt nur zu hoffen, dass es bei allen anderen Läufern auch so gut klappen würde. Um nichts zu verpassen, gingen wir schnell zum Zielbereich. Als unser Zielläufer auf die Zielgerade einlief, kam es bei einigen zu Irritationen: die auf der Uhr angezeigte Zeit von 2:12 h hätte nicht für unseren Sieg gereicht. Allerdings waren wir ja erst gut 6 Minuten nach dem offiziellen Startschuss gestartet, damit wir den Spitzenläufern nicht in die Quere kommen konnten. Bereinigt um unseren späteren Start kamen wir auf eine Zeit von 2:07:57 h! Damit waren wir schneller als der Kenianer Raymond Kipchumba Choge, der in einer Zeit von 2:08:39 Stunden ins Ziel lief. Wir haben unsere Wette gewonnen! Leider gelang es mit der Zeit aber nicht, den Staffelweltrekord von 2:07:00 h zu unterbieten, was uns im ersten Moment jedoch ziemlich egal war. Die Stimmung auf dem gemeinsamen Abschlussfoto war großartig und alle waren sich einig, dass dies eine gelungene Aktion war, für die es sich gelohnt hat, auch einmal Unterricht zu verpassen.

Der Geschäftsführer des Köln-Marathons, Markus Frisch, gab übrigens im anschließenden Interview sein O.K., dass die Lokalzeit im nächsten Jahr noch einmal mit einer Staffel antreten darf, um dann den Weltrekord zu unterbieten. Gerne würde ich wieder dabei sein.“

Luca Senftleben