Seit nunmehr drei Wochen haben wir am GFB eine internationale Klasse. Schülerinnen und Schüler, im Alter zwischen 13 und 16 Jahren, aus Afghanistan, Armenien, Irak, Polen, aus Syrien, der Türkei und Ungarn, werden gemeinsam unterrichtet. Doch während Kinder in der Grundschule langsam an die deutsche Rechtschreibung herangeführt werden, Zeit haben einzelne Buchstaben zu erkunden, heißt es hier im Eiltempo zu lernen, wie man plötzlich von links nach rechts schreibt, statt wie bei vielen gewohnt von rechts nach links. Lernen in einer noch unbekannten Sprache, die so ihre Tücken hat: Verben schreibt man im Deutschen klein, aber warum stehen plötzlich Verben großgeschrieben an der Tafel? Wie erklärt man die Nominalisierung von Verben? Wie erklärt man „Freiheit“ und „Heimat“, so dass Kinder aus der ganzen Welt es verstehen? Was heißt Schokoticket auf Arabisch?

Und während Lehrer und deutsche Schüler noch überlegen, wie dies alles zu erklären ist, geht schon wieder die Klassenzimmertüre auf und drei weitere Kinder aus Syrien möchten auch noch gerne lernen. Was sie schon können, wissen wir nicht. Da heißt es erneut mit Händen und Füßen Fragen zu stellen. Aber es steht fest, dass wir uns alle -die neuen Schüler und Lehrer- bereits jetzt auf die Zeit nach den Ferien freuen, wenn es weitergeht.

Aus Schutz vor der Persönlichkeit und der Geschichte der Kinder verzichten wir in diesem Artikel auf ein Foto.