Diese Fragen bezüglich der eigenen Berufsorientierung wollten die Thementage für die Einführungsphase in diesem Jahr beantworten, um den Schülern auf ihrem Weg eine konkrete Hilfestellung zu bieten.

Der erste Tag, der unter dem Titel „job scorer“ stand, lieferte erste Impulse zur Beantwortung der oben genannten Fragen. Dazu hatte das Institut für Modelle beruflicher und sozialer Entwicklung, kurz IMBSE, unterschiedliche Angebote konzipiert. In den Workshops am 10. Juli ging es neben vielen praktischen Tipps beim Bewerben, vor allem um die individuellen Potenziale und Interessen. Dazu wurden die TeilnehmerInnen in drei Assessment-Center-Übungen von zertifizierten AssessorInnen des IMBSE beobachtet. Die Ergebnisse bekamen die SchülerInnen in Form eines Zertifikates am nächsten Tag ausgehändigt. Grundlage des Beobachtungs- und Beurteilungssystems der Oberstufen-Potenzialanalyse war das R-I-A-S-E-C-Modell des Psychologen John L. Holland. Holland beschreibt eine Interessens- und Stärkentypologie, die aus insgesamt sechs Orientierungstypen besteht:


R = Realistic (Handwerklich-technische Orientierung)

I = Investigative (Untersuchend-forschende Orientierung)

A = Artistic (Künstlerisch-kreative Orientierung)

S = Social (Erziehend-pflegende Orientierung)

E = Enterprising (Führend-verkaufende Orientierung)

C = Conventional (Ordnend-verwaltende Orientierung)

Jedem dieser Orientierungstypen können verschiedene Berufsbereiche zugeordnet werden, hinter denen wiederum ganz konkrete Berufe stecken (s. Grafik: Beispielberufe). Die Potenzialanalyse kann und darf keinerlei berufliche Zuschreibung machen, jedoch erste Hinweise auf Stärken und berufliche Neigungen geben.

Zusätzlich gab ein Interessenstest Auskunft über die mögliche Studien- und Berufswahl. In anderen Workshops ging es dann wieder um konkrete Fragen: Wie punkte ich mit einem positiven Auftritt (Styleguide)? Was gehört in meine Bewerbung (Bewerbungsworkshop) und wo finde ich die wichtigsten Informationen über die unzähligen Berufsmöglichkeiten (Berufsfilme)?

An den beiden folgenden Tagen ging es jeweils für die Hälfte der Jahrgangsstufe zum Campus Duisburg, um den SchülerInnen einen ersten Einblick in das universitäre Leben zu geben. Nach einem Überblicks-Vortrag über Charakteristika der Universität (z.B. Unterschiede zur Fachhochschule, Studiengänge, Abschlüsse, Numerus Clausus) konnten sie mit Hilfe einer Rallye die Bibliothek erkunden. Ferner durften sie an zuvor individuell ausgesuchten Vorlesungen teilnehmen und sich zum Abschluss in der Uni-Mensa stärken.

Die jeweils andere Hälfte der 127 SchülerInnen arbeitete schulintern und durchlief individuelle Reflexionsprozesse, angeleitet durch erfahrene KollegInnen. Dabei arbeiteten sie mit dem Studi-Finder und mit selbstgestalteten Modulen zum Thema „Glück“. Hier standen Aspekte wie Wertschätzung eigener Stärken und vorteilhafter Verhaltensweisen, Zukunftsvisionen und mögliche Wege dorthin sowie etwaige Wegbegleiter im Vordergrund. Ergänzt wurde diese persönliche Arbeit durch Erfahrungsberichte ehemaliger SchülerInnen, die sich bereit erklärten, aus ihrem Leben und ihren Studien- bzw. Ausbildungserfahrungen zu berichten. Diese informellen Gespräche gefielen den SchülerInnen des GFB besonders, da sie ihre ganz persönlichen Fragen stellen konnten und Lisa Zimmer, Tristan Starck, Jean- Mark Bongardt, Pierre Tschauder und Raphael Gaitanis (extern) detailliert und mit viel Humor Auskunft gaben. So wollten manche etwa wissen, wie das Leben in einer Wohngemeinschaft abläuft; was man während eines Auslandssemesters erlebt; wie hoch das Gehalt während eines dualen Studiums ist; oder wann man anfangen sollte, sich über die Zeit nach der Schule Gedanken zu machen.

Am Abend des dritten Tages (12.7.) besuchten sowohl die SchülerInnen der Einführungsphase als auch der Qualifikationsphase I, teilweise in Begleitung ihrer Eltern, den von unserer Schule organisierten Beraterabend. Hier waren rund 40 BeraterInnen, die aus unterschiedlichen Berufsfeldern stammten, an ihren Informationsständen und in den Klassenräumen angetreten, um weitere Fragen der SchülerInnen zu ihrer beruflichen Zukunft zu beantworten. Die Jugendlichen seien dabei sehr interessiert gewesen, so dass intensive Gespräche zu Stande kamen, meldeten gleich mehrere BeraterInnen zurück und boten für die kommenden Jahre ihre erneute Teilnahme an. Ihnen gefiel außerdem unsere neue und hochmoderne Aula, die diesem weltoffenen Abend einen gelungenen Rahmen bot. Aber auch viele SchülerInnen waren begeistert davon, einen Einblick in den Berufsalltag ihres Wunschberufs bekommen zu können. Einige konnten es am Ende des Abends kaum abwarten, ihr Berufspraktikum zu absolvieren, um ihre Vorstellungen und die eigenen Kompetenzen überprüfen zu können.

Ein besonderer Dank gilt dem Förderverein und den beratenden Eltern unserer Schule, die durch ihr Engagement und ihre Großzügigkeit maßgeblich zum Gelingen der Berufsorientierungstage beigetragen haben.

Sarah Brand und Michael Bednarz