Etwas müde, aber sehr gespannt verlassen wir, die Schüler der Q2, unsere Busse. Vor uns: das Seidenweberhaus. Es ist Donnerstag, der 21.09.2017 acht Uhr in der Frühe. Doch heute sitzen wir nicht, wie die restlichen Tage der Woche im Unterricht und lauschen den Ausführungen unserer Lehrer, sondern wir befinden uns in Krefeld auf dem Weg zur „Fachmesse für Ausbildung + Studium vocatium Krefeld 2017“.
Wir steuern gemeinsam mit unseren Lehrern auf das große Gebäude zu und schließen uns einem dichten Strom weiterer Schüler an. Wir haben es schon im Radio gehört: Heute besuchen hunderte weitere Schüler und Schülerinnen gemeinsam mit uns die Vocatium-Messe.
Wir betreten das Seidenweberhaus und nach einem kurzen Treppenaufstieg werden wir auch schon lächelnd und überaus freundlich empfangen. Diese Mitarbeiter der Messe sorgen dafür, dass wir auch direkt wissen, was wir neben den Ausstellern heute noch so zu erleben haben. Mit einem kleinen, aber feinen Programm in der Hand, mit Stift und Papier bewaffnet und mehr oder weniger wohlüberlegten Fragen in petto, stürzen sich nun endlich die Filder Bendener ins allgemeine Gewimmel. Alles ist voller kleiner Stände, eng an eng stehen sie da.
Wartet hier vielleicht ein Weg für die Zukunft auf uns?
Denn das ist doch das Problem: die Welt da draußen ist so unendlich groß und die Zeit ist zwischen all den Schulstunden, Klausuren und Ferien uns so unfassbar schnell durch unsere Finger geronnen. Wir haben es kaum bemerkt…
Und dieser Tag heute hier in Krefeld ist dazu da, vielleicht ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen.
Wie eben schon erwähnt warten 40 Austeller an ihren Ständen auf uns. Wir treffen in ungefähr vier Stunden die verschiedensten Menschen. Von Zollbeamten, über „Human Resources“ Managern bis zu Wirtschaftspsychologie-Studenten und zwei anbetungswürdig niedlichen Hunden ist fast alles dabei. Mit allen, sowohl mit Vertretern der Bundeswehr, als auch mit solchen geschickt von Lidl und dem deutschen roten Kreuz, können wir im Vorhinein zwanzigminütige Bewerbungsgespräche in Kurzform verabreden. Diese entpuppen sich zwar in einigen Fällen als „zwei-bis-drei-Personen-Frage-Antwort-Runden“, was die Gesprächstermine aber zum Glück nicht weniger ergiebig macht. Wir können etwas über Kreativtherapie in den Niederlanden, Wirtschaftspsychologie in Köln oder mehr über ein freies soziales Jahr als Kindergärtnerin in Finnland erfahren. Wie wir es uns eben wünschen und zuvor gewählt haben.
In vier Stunden werden Fragen gestellt und beantwortet. Geschichten und Erfahrungen geteilt. Wohlgemeinte Tipps und Empfehlungen ausgesprochen. Die Messe summt fast vor lauter Stimmen, die sich angeregt austauschen. Des Weiteren können wir, dank dem kleinen, aber feinen Programm vom Anfang, verschiedenen Vorträgen zum Beispiel zu Mimik und Gestik dem „Geheimnis der Körpersprache und ihre Bedeutung im Bewerbungsverfahren“ lauschen. Sehr interessant!
Wir können Unternehmen, städtische Arbeitgeber und Universitäten durch unsere Gespräche zu wirklichen Zukunftsoptionen machen, wenn wir es so möchten. Sie werden durch nur 20 Minuten greifbar und echt.
Allerdings sind einige von uns etwas enttäuscht, dass keine Universitäten vertreten sind, die nicht 420,- Euro Studiengebühren PRO MONAT fordern (so viel zu dem Wirtschaftspsychologiestudium in Köln…). Ein so intensiver Kontakt, wie wir ihn jetzt über einige Studenten der Privatuniversitäten hatten, wäre überaus interessant gewesen, um etwas mehr über das Studierendenleben an normalen Unis zu erfahren. Aber das ist ja nichts, was sich nicht in Zukunft für die kommenden Schüler und Schülerinnen ändern lässt…
Gegen ein Uhr dann ist der Besuch auch schon zu Ende. Mit mehr oder weniger neuen Erkenntnissen und jede Menge Kugelschreibern und diversen Prospekten in der Tasche geht es dann wieder ab in den Bus nach Hause.
Jeder von uns kann heute irgendetwas mit nach Hause nehmen. Man hat nun einen favorisierten Studiengang, vielleicht sogar einen potentiellen Bewerbungsplatz, oder einfach nur ganz, ganz viele tolle neue Kullis.
Was nun ein Kölner Student, ein Bundessoldat und zwei Hunde gemeinsam haben? Sie sind alle ein Teil der Vocatium Messe in Krefeld, die über direkte, aber entspannte bewerbungsähnliche Gespräche etwas Licht in das Dunkel der Zukunft bringen konnten.
Auf die ein oder andere Weise ist dieser Tag also schlussendlich etwas Außergewöhnliches und grundsätzlich lohnenswertes gewesen. Danke dafür an alle, die das möglich gemacht haben!
Begleitet wurden wir von Herrn Bednarz und Frau Brand (den Beauftragten für Studien- und Berufswahlorientierung am GFB), sowie von Frau Fritz und Herrn Höwel.

Julia Krebs aus der Q2