Über verschiedene Besuche im Rahmen von Berufsberatungen kennt Normann Sandrock, Geschäftsführer von Union Stahl, das Gymnasium bereits seit gut zwei Jahren. Dann fiel der Entschluss, mit der Schulleitung und der Schülerschaft gemeinsame Wege zu gehen, und das für drei Jahre. Das Gymnasium ist in Moers bislang der einzige Kooperationspartner, „weil wir sehr viel Interesse und Engagement erlebt haben“, sagt Normann Sandrock.

Das Unternehmen Union Stahl befindet sich in Rheinhausen auf dem ehemaligen Krupp-Gelände. Die Nähe zur Grafenstadt und zum Schulstandort macht die Vereinbarung zusätzlich interessant. Rund 300 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen. Derzeit machen 14 Jugendliche dort eine Ausbildung.

Für das Stahl-Unternehmen dient der Gang an die Schule dazu, sich als Betrieb in seiner beruflichen Vielfalt zu präsentieren. „Wir bieten spannende Perspektiven“, sagt Sandrock. Gemeint sind dabei Berufsbilder das verarbeitenden Handwerks, kaufmännische Bereiche des Groß- und Einzelhandels wie auch Möglichkeiten des Dualen Studiums z.B. zum technischen Produktdesigner. „Wir haben auch die Möglichkeit, kaufmännische und technische Bereiche zu kombinieren“, sagt dazu Kerstin Luhn, zuständig für das Personalmanagement. Seit 2002 ist der mittelständische Betrieb Union Stahl auf dem Markt und bietet sogenannte Grobbleche für Schiffs- und Kranbau, Rohrleitungsbau, Stahl für Offshoreanlagen oder für Lok-Werke an, ganz nach individuellem Kundenauftrag in den gewünschten Stückzahlen, Dicken und Überbreiten. Für Schulleiter Arndt van Huet und Kurt Jakob, Vorsitzender des Fördervereins, ein weiteres wegweisendes Schulprojekt mit Erfahrungen aus erster Hand: „Es gehört mit zu unseren Aufgaben, unseren Schülerinnen und Schülern berufliche Orientierung wie Entscheidungshilfe bei der Studienwahl zu geben. Gerade bei der heutigen Bandbreite beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten ist das wichtig.“

Der Austausch mit Werksangehörigen im Praktikum vor den Sommerferien diene für die Oberstufe der Berufsfelderkundung und einem Kennenlernen des betrieblichen Alltags. Hinzu kommt im März vorab eine Info-Veranstaltung für Achtklässler im Rheinhausener Unternehmen. Der Übergang von Schule in den Beruf kann gemäß der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ so gelingen. Bislang hat Union Stahl ihre Auszubildenden übernommen und ermöglicht weitere innerbetriebliche Karriereschritte „Wir fördern individuelle Stärken“, so das Unternehmen.