Filme, Schauspieler, Regisseure, ein professioneller Filmkritiker und ein sonniges Arras – es ist wieder soweit: Freitag Nachmittag, gerade noch rechtzeitig angekommen zur Eröffnungsfeier des Filmfestivals Arras, konnten wir nach sechs Stunden Fahrt und einem kleinen Snack die Beziehungskomödie „Lola et ses frères“ sehen und das Filmteam um den Regisseur und die Hauptdarsteller kennenlernen.

Bereits das vierte Mal haben Schülerinnen und Schüler der Oberstufe unserer Schule und des Lycée Guy Mollet in Arras die Möglichkeit, sich in einem einwöchigen Filmaustausch über französische, deutsche, englische und schwedische Filme zu unterhalten. Zwischen Filmsichtungen und Schreibwerkstätten, in denen die Schüler sich in den Techniken der Filmkritik üben, bleibt noch etwas Zeit, um bei sonnigem Wetter die Austauschfamilie und die Stadt des Anderen kennenzulernen.

In den kommenden Tagen werden die deutsch-französischen Tandems kurze Einblicke in die ereignisreiche Zeit vor Ort geben.

Samstag, 03.11.

Heute haben wir drei verschiedene Filme gesehen: „Sami, une jeunesse en Laponie“, „We need to talk about Kevin“ und „L’Empereur de Paris“. Drei ziemlich unterschiedliche Filme – mit unterschiedlichem Genre und auf unterschiedlichen Sprachen. Ich selbst fand den Film „We need to talk about Kevin“ am überzeugendsten. Dieser thematisiert das Leben einer Frau, welche nach dem Verlust ihres Mannes und ihrer Tochter ein gestörtes Verhältnis aufreißt. Ebenso handelt der Film von der familiären Geschichte sowie den Erinnerungen und traumatischen Erlebnissen der Frau.

Im Laufe des Tages haben wir auch in der „Schreibwerkstatt“ gearbeitet, in welcher wir uns mit Filmkritik beschäftigt haben. Dabei haben wir mit Titeln und Teasern gearbeitet: sie gelesen, gedeutet und selber welche geschrieben. Insgesamt bin ich vom Austausch sehr begeistert und freue mich, daran teilnehmen zu dürfen.  Anne Zockoll

Ce que je retiens de ces deux premiers jours consacrés au cinéma, c’est avant tout le visionnement du film We need to talk about Kevin de Lynne Ramsay. Ce film m’a marqué et ému par son histoire, ses personnages charismatiques et aussi étranges. Il raconte l’histoire d’une mère et de son fils, engagés dans une relation fusionnelle qui mêle amour et haine et aboutit à un massacre. C’est un film qui donne matière à penser et à réfléchir … J’ai moins apprécié l’Empeur de Paris de Jean-François Richet , un biopic qui retrace une partie de la vie de Vidocq, originaire d’Arras. Vidocq passe du bagne au pouvoir. C’est un film qui laisse une grande part aux scènes d’action et aussi à l’intrigue policière et amoureuse. En revanche, j’ai beaucoup aimé Sami, une jeunesse en Laponie,  d’Amanda Kernell, qui  met en scène Elle-Marja, une jeune lapone victime du racisme anti-lapon dans la société suédoise des années 30.

 Le visionnement de tous ces films alterne avec des ateliers d’écriture dirigés par M Jaeger, qui nous fait l’honneur de partager avec nous son expérience ainsi que son professionnalisme dans le domaine de la critique de Cinéma. Ces ateliers nous apprennent à formuler notre avis sur les films que nous voyons et à organiser nos arguments afin de rédiger une critique de film pertinente et attractive pour le lecteur.

(Lysandre Lefebvre)

Sonntag, 04.11.

Stille. Dann tosender Applaus. Kheiron springt auf die Bühne. Der Applaus wird noch lauter. Kheiron strahlt, und der Applaus will und will einfach nicht aufhören. Aber das zurecht: Hinter uns liegen ca. 1,5 Stunden Film, und auch wenn selbst die „französischsprechenden Deutschen“ unter uns ziemlich viel nicht verstanden haben, so haben vermutlich alle den Eindruck, dass der Film in jeglicher Hinsicht gut abgeschnitten hat. Hinterher kommen wir sogar noch in den Luxus, ein Foto mit Kheiron zu machen. Denn auch wenn wir von  den  Zuschauerfragen und seinen Antworten nicht viel verstanden haben, so fällt doch ziemlich auf, dass er ein sehr lockerer und netter Typ zu sein scheint. Er lacht viel, eine Tatsache, die längst nicht bei allen Regisseuren und Schauspielern der Fall gewesen ist, die wir bis jetzt in den Nachgesprächen kennengelernt haben. Darum würde ich eindeutig sagen: Dies war ein gelungener Abschluss des Tages. Ein Wunsch, der auf jeden Fall bei mir geblieben ist: Sobald der Film auf deutsch rauskommt, will ich ihn mir nochmal angucken. Leonie Haßler

Kheiron entre dans la salle et monte sur la scène sous un tonnerre d’applaudissements. Le public se lève et l’acclame. Son film Mauvaises Herbes a beaucoup plu au public mais l’a surtout beaucoup fait rire. Les applaudissements ne s’arrêtent pas et sont amplement mérités. Même si nos correspondantes Allemandes n’ont pas compris tout ce qu’il s’est dit, elles ont, néanmoins, compris que ces applaudissements étaient mérités. Après avoir vu le film nous avons pu poser des questions à l’acteur/réalisateur. Il nous a répondu de manière décontractée et humoristique. Nous avons pu voir qu’il a l’habitude de parler devant un public car il n’était pas du tout gêné. Nous l’avons également trouvé plus sympathique et chaleureux que les acteurs ou réalisateurs que nous avions pu voir les jours précédents. Dans ce film, Kheiron a su aborder un sujet sensible et important avec beaucoup d’humour. Il a réussi à faire cela de manière respectueuse, sans jamais heurter qui que ce soit. Nos correspondantes Allemande souhaiteraient, si le film est traduit en allemand, le voir à nouveau afin d’en saisir tout le sens. Ce film a donc particulièrement bien clôturé notre troisième journée d’immersion dans le Festival du Film d’Arras.

(Elisa Decobert)

Montag, 05.11.

Heute  ist der letzte Tag in Arras. Es ist ein bisschen komisch, dass die Zeit so schnell vorbei gegangen ist. Wir haben heute morgen den Tag mit dem Film ,,The Best Thing You Can Do In Your Life“, der um die Beziehung von Zita Erffa (Regisseurin/Drehbuchautorin) und ihrem Bruder László handelt, begonnen. Das Besondere daran ist, dass László bei den Legionären Christi, einer Gruppe Gläubiger, die zu Priestern ausgebildet werden, beigetreten ist. Das Interview mit Constanza Erffa, die jüngste Schwester von László und Zita, direkt nach dem Film war wirklich toll, da man Fragen, die einem noch im Kopf schwirrten, aus einer ganz anderen Perspektive beantwortet bekommen hat.

Danach haben wir wie immer im Festivalzelt gegessen und die Stadt erkundet. Leider sind montags viele Läden in Frankreich geschlossen, aber ein paar von uns Austauschschülern waren am Abend noch auf dem Riesenrad auf dem Hauptplatz.

Vorher haben wir aber noch eine komplette Filmkritik in der „Schreibwerkstatt“ über einen der bisher sieben Filme geschrieben haben. Der 8. Film folgte auch gleich darauf: ,,Funan“, ein beeindruckender Animationsfilm über den Vietnamkrieg und eine Familie mittendrin. Dieser Film wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben wegen der Geschichte, die einen berührt hat und der nahezu einfachen zeichnerischen Animation. Später essen wir noch Abendessen und danach heißt es Koffer packen, morgen geht es zurück nach Moers.

Marit Ueltgesforth

Ce lundi 5 novembre, nous avons regardé, à 9h, un reportage du festival DOXS de Duisburg, „The best thing you can do with your life“, réalisé par Zita Erffa en 2015. Elle a réalisé ce film après le choix que son frère a fait de rejoindre les Légionnaires du Christ, un ordre religieux très stricte, pour montrer comment les journées de son frère, devenu prêtre, étaient organisées et pour se rapprocher de lui après 8 ans sans se voir, nous avons par la suite échangé avec la soeur de Zita, laquelle ne pouvait pas être présente. Par la suite, et après avoir déjeuné au festival, nous avons fait une petite visite d´Arras avec les élèves allemands. A 15h, nous avons eu un atelier d´écriture, le dernier a Arras, dans lequel Frédéric Jaeger nous a fait écrire une critique sur le film, du festival, de notre choix.

Nous avons, à 19h, regardé „Funan“, réalisé par Denis Do et inspiré de son histoire familiale, au Cambodge en 1975, ou plutôt de l´incroyable aventure remplie de malheurs et de misères qu´ont vécus les parents de Denis Do ainsi que son frère: une aventure qui les aura marqués pour toujours. Le film qui m´a le plus marqué en ce 5 novembre est „Funan“, de Denis Do, et la chose qui m´a particulièrement plu est l´histoire émouvante de ce film. Cependant, dans ce film, je n´ai pas vraiment aimé les dessins, je n´ai pas trouvé les graphismes très fluides.

(Clément Rivat)

Dienstag, 06.11.

Sechs Stunden Fahrt trennen uns von Moers. Auf der langen Zugfahrt hat man Zeit, Musik zu hören, Karten zu spielen oder sich mit den Anderen über die letzten Tage in Arras zu unterhalten. Dabei ist so mancher Film in Erinnerung geblieben. Da wir heute erst um 17 Uhr in Moers angekommen sind, bleibt nicht viel Zeit, unseren Austauschpartnern die Stadt zu zeigen. Zudem ist jeder etwas müde von der ereignisreichen Zeit im Norden Frankreichs. Morgen geht es schon früh weiter zum doxs! Filmfestival, an dem auch einige andere Schüler des GfB teilnehmen.

Mittwoch, 07.11.

Nach der langen Zugfahrt am Dienstag fing am Mittwoch erstmals unser Programm in Deutschland an. Nachdem wir uns die Filme, darunter die zwei Kurzfilme  ,,The world is round so that nobody can hide in the corners“ und ,,Obon“ und den spielfilmlangen Film ,,Premiere Soliture“ geguckt haben, sind wir zum Essener Rathaus gegangen. Zusätzlich zu der Rede eines Essener Bürgermeisters hatten wir eine unglaublich gute Aussicht über ganz Essen.

Genauso wie der Ausblick aus dem Rathaus war auch der restliche Austausch schön und eine tolle Erfahrung, an dem ich froh bin teilgenommen zu haben.

(Rieke Stopka)

Aujourd’hui, notre journée commença par le visionage de nos premiers films du programme Doxs!: The World is round so that nobody can hide in the corners et Obon. Nous avons ensuite pris le train pour Essen et sommes allés mager à la mairie avant de monter au dernier étage de celle-ci. Nous pouvions alors voir toute la ville et le premier adjoint du maire nous a raconté l’histoire de la ville. Elle fut fondé autour d’une église et d’un couvent et fut dirigée par des abesses pendant plusieurs années. A l’aube du XXe siècle, on y exploita le charbon. La ville devant se reconvertit suite à la crise de ces secteurs, elle s’est développé dans les secteurs de l‘energie et des services. Elle fut désignée Capitale de la culture européenne et la capitale verte de l’Europe.

Nous avons ensuite pris la route du centre franco-allemand de Essen où nous avons suivi notre quatrième atelier d’écriture avant de reprendre le train vers Moers en fin de journée.

(Nancy Husson)

Donnerstag, 08.11.

Der vorletzte Tag des Austausches hielt nochmals viele spannenden und schöne Momente für uns bereit. Angefangen bei den Dokumentarfilmen im Rahmen der Duisburger Filmwoche für Jugendliche „doxs!“: Mit dem Film „Everyone in Hawaii has a sixpack already“ zeigte Marvin Hesse dem Zuschauer das Leben einer spanischen Jugendgruppe auf den kanarischen Inseln. Neben diesem Dokumentarfilm sahen wir noch drei weitere Kurzfilme, die sich auf unterschiedliche Themenbereiche fokussierten. Nach einem italienischem Mittagessen war es Zeit für den letzten Workshop der Schreibwerkstatt. Diesen nutzen wir um eine weitere Filmkritik zu schreiben und – als zusätzliches Highlight – mit Marvin Hesse Fragen, Anmerkungen und Eindrücke zu besprechen. Durch dieses Gespräch entdeckten wir einige zuvor verborgene Aspekte des Films.

Diesen aufregenden Tag ließen wir in einem vegetarischen Restaurant in Duisburg ausklingen und  erfreuten uns an Gesprächen und Diskussionen über die vielen Erlebnisse. Ein weiterer toller Tag ging zu Ende und wir waren um viele, neue Erfahrungen reicher.

(Ylvie Daniel)

Nous sommes arrivés à 10h30 à Duisburg et nous avons d’abord vu le film „Everyone in Hawai have a sixpack already“. Marvin Hesse, le réalisateur, y suit un groupe d’adolescents sur une île paraisiaque. Puis on a pu voir plusieurs petits films; „Wir zeigen es allen Lubjana Ronde“ de Peter Roehsler, „Rogalik“ de Pawel Ziemiliski, „Apolla Javakheti“ de Bakar Cherkezishvili et „Where do we go“ de Siegfried A. Fruhauf.

À 13h30, nous avons été manger chez „Da Roberto“, un restaurant italien. Puis nous avons assisté et participé au dernier atelier d’écriture de Frédéric Jager. Nous avons commencé à écrire notre 2ème critique (que nous devons finir avant fin novembre) puis le réalisateur Marvin Hesse nous a rejoins et nous avons pu discuter librement du film et lui poser nos questions.

À 18h00,  un peu en retard, nous avons tous mangé dans un restaurant végétarien. Puis nous sommes rentrés dans les familles.

(Florine Delmotte)

Freitag, 9.11.2018

Der letzte Tag beginnt etwas hektisch. Gerade noch bekommen alle Schüler den Zug. Ab geht es zu der Preisverleihung beim Doxs! im Filmforum.

Gewonnen hat der Film Obon, den wir schon am Vortag gesehen haben. Die zeichnerische animierte Dokumentationsfilm besticht mit seiner vorsichtigen und doch sehr berührenden Art über das Unglück in Hiroshima zu berichten. Neben dem Atombombenabwurf erzählt er, oder eher gesagt Akiko Takakura, eine Überlebend der Tragödie, in den 15 Minuten auch über die Beziehung zwischen ihr selbst und ihrem Vater. Nach der Preisverleihung essen wir in einem Thailändischen Schnellrestaurant Mittagessen, um danach noch 2 Kurzfilme zu sehen.Später bleibt uns zum Glück noch ein bisschen Zeit zum Shoppen in Duisburg für Souvenirs oder einfach nur so. Blöderweise trat dort ein Missverständnis auf:Drei Schülerinnen und eine Lehrerin waren beim Bahnhof nicht an dem gedachten Treffpunkt. Nach kurzem Warten müssen wir feststellen, dass sie schon längst im Bahnhofsgebäude sind. Fast schon rennend, erreichen wir den Zug für die französischen Austauschschüler zurück nach Frankreich und für alle heißt es Abschied nehmen. Leider reicht die Zeit nur für eine Umarmung, ein Winken oder für „bises“. Komisch das dies ein wahrscheinlich endgültiger Abschied ist. Aber man sagt ja, man sieht sich immer zwei Mal im Leben, hoffentlich stimmt das.