Geschichte am FilderBenden

Das Fach Geschichte steht in der Sekundarstufe I in insgesamt vier Jahrgangsstufen auf dem Lehrplan. Die Abfolge der Themen orientiert sich traditionell am Epochenmodell und den großen Linien der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung:

Klasse 6: Vor- und Frühgeschichte, Antike
Klasse 7: Mittelalter
Klasse 9: Frühe Neuzeit, Bürgerliche Revolutionen, 19. Jahrhundert
Klasse 10: Zwanzigstes Jahrhundert

In den letzten Jahren ist dieses Schema aufgelockert worden. Teildisziplinen wie die Sozial-, Alltags-, Frauen- oder Umweltgeschichte haben ebenso an Bedeutung gewonnen, wie fächerübergreifende Fragestellungen, die Themenfelder der anderen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer, ja selbst der Naturwissenschaften berühren. Die eurozentrische und nationalstaatliche Perspektive wird an zentralen Knotenpunkten der Geschichte problematisiert.

Geschichte in der Oberstufe

Darauf baut der Unterricht in den Grund- und Leistungskursen der Sekundarstufe II auf. Für Schüler/-innen, die an einer soliden Allgemeinbildung interessiert sind oder eine Tätigkeit in der politischen und medialen Öffentlichkeit anstreben, ist die Belegung des Faches unerlässlich. Das bedeutet praktisch, dass zumindest vier dreistündige Grundkurse in den Jahrgangsstufen 11 und 12 zusammenhängend belegt werden müssen. Für diejenigen, die alternativ das Fach Sozialwissenschaften wählen, gibt es zwei zweistündige Grundkurse in der Jahrgangsstufe 13. Schülern, die das Fach studieren wollen oder besonders interessiert sind, ist natürlich die durchgängige Belegung bzw. die Wahl des Faches als Abiturfach im Grund- bzw. Leistungskursbereich zu empfehlen. In den letzten Jahren ist regelmäßig ein Kooperations-(Leistungs)Kurs zustande gekommen.

Der Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe erlaubt grundsätzlich eine bewusstere und vertiefte Interpretation historischer Zusammenhänge und die Ausrichtung auf bestimmte Themen. Die Themenauswahl erfolgt weniger vom historischen Gegenstand her, sondern viel stärker als in der Sekundarstufe I problemorientiert. Unser Hauscurriculum versucht dementsprechend, den traditionellen historischen Stoff aus der Perspektive aktueller Fragestellungen aufzubereiten:

11/1: Rückkehr zur Normalität? – Von der „Bonner Republik“ zur „Berliner Republik“
11/2: Herrschaftsformen und politische Ordnungsentwürfe in der Antike und ihre Bedeutung für die politischen Weltanschauungen der Moderne
12/1: Das christlich-europäische Mittelalter – ein „finsteres Zeitalter“ oder Vorgeschichte der Moderne (einschl. Kulturvergleich: Islam)
12/2: Erfolgsmodell oder Fehlentwicklung? Der Nationalstaat in Europa als historisches Phänomen 13/1: Deutschland zwischen westlicher Demokratie und Totalitarismus im 20. Jahrhundert
13/2: Deutschland und Polen (alternativ: Frankreich, Niederlande) im 20. Jahrhundert – Das Ende einer Konfliktgeschichte?

Außerunterrichtliche Aktivitäten

Das Fach Geschichte findet aber nicht nur in der Schule statt. Außerunterrichtliche Erfahrungen unterstützen die Vermittlung von Geschichte, verlebendigen die Sicht von Geschichte und erweitern den Wissenshorizont. Die Fachgruppe Geschichte hat sich immer besonders eingesetzt für die Durchführung von Projekttagen; zweimal gewannen Schülergruppen Preise beim Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte (siehe: Wettbewerbe hier im Schulprogramm). Zu aktuellen politischen Konflikten werden Diskussionsveranstaltungen durchgeführt, wie z.B. zum Irakkrieg. Regelmäßig wurden Exkursionen organisiert: im Schuljahr 2002/03 etwa fuhren die Grundkurse der Jahrgangsstufe 11 nach Bonn und erkundeten das „Haus der Geschichte“; in diesem Schuljahr (2003/04) besucht der Leistungskurs Geschichte 13 die Bundeshauptsstadt (Parlament, Jüdisches Museum etc.).

Ein besonderes Anliegen ist der Fachgruppe Geschichte die Teilnahme am Schüleraustausch mit unserer niederländischen Partnerschule in Ede. Im Schuljahr 2002/03 war eine Schülergruppe in Ede und besuchte u.a. das „Polizeiliche Durchgangslager Westerbork“, um ein Verständnis dafür zu entwickeln, warum es auch heute noch Vorbehalte in den Niederlanden gegenüber Deutschland gibt.

Ein weiteres Projekt zielt auf die Erweiterung methodischer Fähigkeiten im Umgang mit historischen Quellen. Dazu wird eine regelmäßige Zusammenarbeit mit Archiven angestrebt, damit die Schüler lernen, Quellen im Original zu bearbeiten. Im Schuljahr 2002/03 besuchte eine Schülergruppe das Archiv der deutschen Jugendbewegung, um die Kriegsbegeisterung im „Wandervogel“ am Vorabend des Ersten Weltkrieges zu erforschen. Eine Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Moers wird ebenfalls angestrebt.

Für weitere Anregungen von Eltern- und Schülerseite ist die Fachgruppe Geschichte offen.