Der Film als tragendes Element im Philosophieunterricht
Seit langem sind es zwei vornehmliche Medien gewesen, die in der Philosophie und im Philosophieunterricht eine tragende Rolle gespielt haben: der geschriebene bzw. vorgetragene Text und das Gespräch.
Bilder waren allenfalls am Rande als Illustrationen oder Modelle üblich und erst seit einigen Jahren sind sie mit durchaus selbstständigem Charakter zum Beispiel in Schulbüchern oder auch in philosophischen Abhandlungen zu finden.
Durch den Film „Matrix“ (ich meine hier nur den ersten Teil) hat sich in meinen Augen – und auch in meinem Unterricht - etwas verändert: Er kann als Exempel für neuzeitliche Erkenntnistheorie gesehen und untersucht werden und eignet sich so als konkretes Beispiel für Ansätze der konstruktivistischen Auffassung von Wirklichkeit: Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern konstruieren sie in unseren Köpfen. Nun kann man in dem Film noch weitere Bedeutungsebenen entdecken – etwa auf der Grundlage zahlreicher religiöser Anspielungen -, doch das sei nur am Rande erwähnt. (Die Fortsetzung des Films konnte meinen Erwartungen in der philosophischen Hinsicht allerdings nicht entsprechen.)
Ein anderer Bereich, diesmal eher von anthropologischem Interesse, ist der der künstlichen Intelligenz. Die Themen „Robotik“ und „Biotechnologie“ spielen in den Fachwissenschaften und in der Philosophie mittlerweile eine bedeutende Rolle und auch Hollywood hat sich des Sujets angenommen. Dabei scheint mir die Qualität mancher Filme weniger gelungen: Als Beispiele seien genannt: „AI“ von Spielberg (hier kann man sich m. E. auf die ersten sieben Minuten beschränken) oder „Der 200 – Jahre Mann“, der allzu rührselig daher kommt. Dennoch ist es interessant zu beobachten, auf welche Weise sich Unterhaltungsfilme des Themas annehmen und welche Gefühle (hauptsächlich) und Gedanken beim Betrachter angeregt werden können. Vielleicht ist es sinnvoll, in diesem Zusammenhang auf einen Klassiker zu verweisen, der bereits 1968 auf hervorragende Weise möglicherweise Zukünftiges andeutete: Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“.
Dass sehr viele Filme philosophische Fragen ausdrücklich oder implizit enthalten, ist selbstverständlich. Ich nenne nur einige Beispiele, die Probleme der Moral oder der Wahrheit, der Geschichte oder Politik, der Technik oder der Natur ansprechen: „1984“, „Das Spiel ist aus“, „Babettes Fest“, Der Herr der Fliegen“, „Koyaanisquatsi“ und die beiden nachfolgenden Teile, „Schtonk“, „Sofies Welt“, „Wag the dog“ „Welt am Draht“ (Vergleich mit Matrix!) „Rashomon“ und viele andere mehr. Auch wenn die Qualität mitunter nicht immer alle Ansprüche erfüllt, sind sie doch geeignet, Fragen zu stellen, Gewissheiten zu irritieren und Modelle vorzustellen, die als erste Antworten tauglich und diskussionswürdig sind. Die „Stiftung Lesen“ (Fischtorplatz 23, D 55116 Mainz) bemüht sich - wie ich finde - mit viel Erfolg seit einigen Jahren, die Bereiche Film und gedrucktes Wort durch ausgezeichnete Materialien zu verbinden. So war der „Minority Report“ Gegenstand einer der letzten Broschüren, auch hier wurde deutlich, dass eine Behandlung im Philosophie – Unterricht sinnvoll sein könnte.
Selbstverständlich kann man Filme auch nur „einfach so“ sehen. Aber wer einmal versucht, seine Blickwinkel zu vergrößern, wird vermutlich bzw. hoffentlich Neues und anderes entdecken, befragen und hinterfragen.
Bilder waren allenfalls am Rande als Illustrationen oder Modelle üblich und erst seit einigen Jahren sind sie mit durchaus selbstständigem Charakter zum Beispiel in Schulbüchern oder auch in philosophischen Abhandlungen zu finden.
Durch den Film „Matrix“ (ich meine hier nur den ersten Teil) hat sich in meinen Augen – und auch in meinem Unterricht - etwas verändert: Er kann als Exempel für neuzeitliche Erkenntnistheorie gesehen und untersucht werden und eignet sich so als konkretes Beispiel für Ansätze der konstruktivistischen Auffassung von Wirklichkeit: Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern konstruieren sie in unseren Köpfen. Nun kann man in dem Film noch weitere Bedeutungsebenen entdecken – etwa auf der Grundlage zahlreicher religiöser Anspielungen -, doch das sei nur am Rande erwähnt. (Die Fortsetzung des Films konnte meinen Erwartungen in der philosophischen Hinsicht allerdings nicht entsprechen.)
Ein anderer Bereich, diesmal eher von anthropologischem Interesse, ist der der künstlichen Intelligenz. Die Themen „Robotik“ und „Biotechnologie“ spielen in den Fachwissenschaften und in der Philosophie mittlerweile eine bedeutende Rolle und auch Hollywood hat sich des Sujets angenommen. Dabei scheint mir die Qualität mancher Filme weniger gelungen: Als Beispiele seien genannt: „AI“ von Spielberg (hier kann man sich m. E. auf die ersten sieben Minuten beschränken) oder „Der 200 – Jahre Mann“, der allzu rührselig daher kommt. Dennoch ist es interessant zu beobachten, auf welche Weise sich Unterhaltungsfilme des Themas annehmen und welche Gefühle (hauptsächlich) und Gedanken beim Betrachter angeregt werden können. Vielleicht ist es sinnvoll, in diesem Zusammenhang auf einen Klassiker zu verweisen, der bereits 1968 auf hervorragende Weise möglicherweise Zukünftiges andeutete: Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“.
Dass sehr viele Filme philosophische Fragen ausdrücklich oder implizit enthalten, ist selbstverständlich. Ich nenne nur einige Beispiele, die Probleme der Moral oder der Wahrheit, der Geschichte oder Politik, der Technik oder der Natur ansprechen: „1984“, „Das Spiel ist aus“, „Babettes Fest“, Der Herr der Fliegen“, „Koyaanisquatsi“ und die beiden nachfolgenden Teile, „Schtonk“, „Sofies Welt“, „Wag the dog“ „Welt am Draht“ (Vergleich mit Matrix!) „Rashomon“ und viele andere mehr. Auch wenn die Qualität mitunter nicht immer alle Ansprüche erfüllt, sind sie doch geeignet, Fragen zu stellen, Gewissheiten zu irritieren und Modelle vorzustellen, die als erste Antworten tauglich und diskussionswürdig sind. Die „Stiftung Lesen“ (Fischtorplatz 23, D 55116 Mainz) bemüht sich - wie ich finde - mit viel Erfolg seit einigen Jahren, die Bereiche Film und gedrucktes Wort durch ausgezeichnete Materialien zu verbinden. So war der „Minority Report“ Gegenstand einer der letzten Broschüren, auch hier wurde deutlich, dass eine Behandlung im Philosophie – Unterricht sinnvoll sein könnte.
Selbstverständlich kann man Filme auch nur „einfach so“ sehen. Aber wer einmal versucht, seine Blickwinkel zu vergrößern, wird vermutlich bzw. hoffentlich Neues und anderes entdecken, befragen und hinterfragen.