Soziales Lernen

Das zentrale Ziel des Projektes "Soziales Lernen" in der Erprobungsstufe ist für uns, die nach dem Zufallsprinzip zusammengesetzte Klasse bald zu einer sozial-kompetenten Gemeinschaft zu entwickeln, in der die SchülerInnen zu selbstständiger Regeleinhaltung und Konfliktbewältigung ebenso wie zur Respektierung der MitschülerInnen gelangen.

Dieses Projekt wird daher am Gymnasium in den Filder Benden schon seit etlichen Jahren kontinuierlich als Jahresprojekt mit je 2 Wochenstunden in den Jahrgangsstufen 5 und 6 und neuerdings auch in der Jahrgangsstufe 7 durchgeführt.

Lehrerteams entwerfen dabei in der Eingangsphase mit den Kindern klare, für alle gemeinsam geltende Regeln, sie helfen, verlässliche Beziehungen aufzubauen und ihnen zugewandte AnsprechpartnerInnen zu sein, die für ihre persönlichen Fragen und Belange da sind.

Zu Beginn ist es wichtig, dass die Kinder sich an dem neuen Ort wohlfühlen, dass sie Vertrauen in die neuen LehrerInnen und MitschülerInnen gewinnen, aber auch zu sich selbst; d.h. es geht darum, ihr Selbstvertrauen zu stärken.

Da die SchülerInnen aus völlig unterschiedlichen Grundschulen kommen, bringen sie entsprechend unterschiedliche Vorraussetzungen mit, was Arbeitstechniken und Lernverhal-ten angeht. Sie werden darum einheitliche Arbeitsmethoden und – techniken erlernen, die ihnen helfen sollen, ihre Zeit und Art des Lernens strukturiert zu planen und durchzuführen.

Der Tatsache Rechnung tragend, dass die Jugendlichen zum Teil immer früher in die Phase der Pubertät eintreten, und sie dadurch große Verunsicherungen und Veränderungen erfahren, wird das Thema „Sexualität“, in dem Pubertät einen großen Raum einnimmt, ein weiteren Schwerpunkt der Jahrgangsstufe 5 bilden.

Am Ende des Schuljahres werden die SchülerInnen lernen, eine konstruktive Streitkultur zu entwickeln. Im Vergleich zu traditionellen Formen von Streit und Streitausgängen werden neue Möglichkeiten erprobt. Die SchülerInnen erfahren in einzelnen Schritten Lösungsstrategien, die gleichzeitig einen ersten Einblick in das an unserer Schule praktizierte Streitschlichterprogramm bedeuten.

Das Jahresprogramm in der Übersicht lautet :
  • Unsere Klassengemeinschaft
  • Das Lernen lernen
  • Pubertät und Sexualität
  • Konflikte und Lösungsmöglichkeiten
Diese Themen erfahren zum Teil in der Jahrgangsstufe 6 eine Fortführung und Vertiefung.

Damit die SchülerInnen aber gleichzeitig auch das Gefühl bekommen, als Jahrgangsstufe eine Gemeinschaft zu bilden, werden sie innerhalb der Erprobungsstufe gemeinsame Aktivitäten wie Theaterbesuche, Wandertage, Feste und eine Klassenfahrt unternehmen.

In der Jahrgangsstufe 7 sind die SchülerInnen in einem Alter, in dem Aggressionsbereitschaft und Frustrationsgefühle ebenso wie Abnabelungstendenzen vom Elternhaus verstärkt auftreten. Sie wollen selbständiger entscheiden, sind aber unsicher, wie sie ihre soziale Rolle finden können.

Themen wie:“ Freundschaft und Liebe“, „Mobbing“, „Konsumverhalten“ werden darum u.a. Themenschwerpunkte dieser Jahrgangsstufe sein.

Wir haben diese Art von Programm bewusst gewählt, weil wir überzeugt sind, so einen überwiegend konstruktiven, aggressionsfreien Umgang der SchülerInnen mit einer hohen Akzeptanz untereinander zu erreichen.und damit die Basis für ein angstfreies, kreatives, partnerschaftliches und nicht zuletzt freudvolles Lernen zu schaffen.