Wenn man das Wort „Stolperstein“ hört, denken die meistens zuerst an einen schief stehenden Stein in der Fußgängerzone oder einfach an einen Stein, über den man schlicht und einfach stolpert. Doch die Stolpersteine, die am 29. Mai extra verlegt wurden, damit Menschen darüber „stolpern“, haben einen ganz anderen Hintergrund.

Das Projekt der Stolpersteine, das Gunter Demnig 1992 ins Leben rief, ist ein Projekt, das „die Erinnerungen an die Vertreibung und Vernichtung verschiedener Gruppen politisch Verfolgter Menschen im Nationalsozialismus lebendig hält“.

Nachdem bereits über 60 Tausend Steine in ganz Europa verlegt wurden und seit 2013 auch Stolpersteine in Moers zu finden sind, fanden die Stolpersteine „die den Opfern ihren Namen zurück geben sollen“, nun schon mehrfach den Weg zu uns. Insgesamt wurden 13 neue Steine verlegt. Einige Schüler erklärten sich bereit, zusammen mit ihrer Lehrerin Sarah Brand, Präsentationen

über das Thema der Stolpersteine zu halten und hatten die Ehre dabei zu sein, als die neuen Steine gelegt wurden. Anwesend waren am 29. Mai außerdem ein Religions- und Philosophiekurs, Lehrer, der Stellvertretende Bürgermeister Hackstein und Angehörige der Opfer. Außerdem trug die Stiftung „Erinnern für die Zukunft“ unter der Leitung von Bernhard Schmidt einiges zu der Verlegung der Steine in Moers bei.

Nachdem eine Bläsergruppe gespielt hatte, wurden kurze Reden gehalten und einige Schüler der 9b hielten Präsentationen über Peter Mill und Wilhelm Küster, die zwei Opfer der NS- „Euthanasie“ gewesen sind. Die Schüler berichteten wie die beiden gelebt hatten, wie ihr Leben hätte verlaufen können und rührten damit Angehörige zu Tränen.

Unter Beifall wurden die Steine, die als Kunst und größtes dezentrales Mahnmal der Welt bezeichnet werden, vom Künstler Gunter Demnig höchst persönlich verlegt. Die Bewohner der umliegenden Häuser zeigten sich stolz, lobten das Engagement der Schüler der Klasse 9b und ihrer Lehrerin und betonten: „Hoffentlich stolpern die Menschen wirklich über diese Kunst!“ Das nur wenige Tage nach der Verlegung bereits Unbekannte die Steine besprühen und die Blumen zertreten würden wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand. https://rp-online.de/nrw/staedte/moers/stolpersteine-in-moers-von-unbekannten-besprueht_aid-23136589 Die Schüler und ihre Lehrerin hoffen, dass das Projekt der Stolpersteine zusammen mit dem Künstler weiterhin gefördert wird und sind stolz „etwas zu dem Projekt der Erinnerung an die Opfer im Nationalsozialismus beigetragen zu haben“.