Wenn die Schülerinnen und Schüler am 26. Mai bei der Europawahl gewählt hätten…

…dann sähe die Zusammensetzung des Europäischen Parlamentes wohl ziemlich anders aus.
Im Politik und Sozialwissenschaftsunterricht bereiteten sich elf Klassen und Kurse des GfB von der 7. Klasse bis zur Q1 intensiv auf das Projekt Juniorwahl vor. Auf dem Stundenplan stand das Thema „Demokratie und Wahlen“ und die Schülerinnen und Schüler bereiteten sich darauf vor in der Woche vor der Europawahl selbst den Gang an die Wahlurne anzutreten. Dabei war nicht nur Köpfchen für die Theorie sondern auch Kreativität gefragt. Die Schülerinnen und Schüler produzierten z.B. Werbevideos über die Idee und die Ziele der EU sowie Lernvideos zum Wahlsystem oder führten Analysen der Wahlprogramme und von Wahlplakaten durch um sich einen genauen Überblick über die Parteienlandschaft zu verschaffen.

Es durfte gewählt werden…

Bei dem Projekt Juniorwahl wird die Europawahl originalgetreu simuliert. Die Schülerinnen und Schüler bilden einen Wahlvorstand und benennen Wahlhelfer, die Wählerverzeichnisse anlegen, Wahlbenachrichtigungen verteilen und für einen reibungslosen Urnengang sorgen. Nicht zu vergessen natürlich, das Auszählen der Stimmzettel und die Anfertigung der Wahlniederschrift. Insgesamt geht es um das Üben und Erlernen von Demokratie. Und tatsächlich nutzten 222 Schülerinnen und Schüler des GfB die Möglichkeit ihre Stimme bei der Juniorwahl abzugeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 86,4%.
Zu den Wahlergebnissen der über 484.000 teilnehmenden Jugendlichen an 2.760 Schulen in Deutschland:
Hätte die Jugend also wirklich das Europäische Parlament gewählt, so wären BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN mit 33,9% der Stimmen mit Abstand die stärkste Kraft geworden. Gefolgt von SPD (12,2%), CDU/CSU (10,7%), FDP (7,4%), Die PARTEI (6,7%), AfD (6,5%), und Die Linke (5,4%).

(Ein grafische Darstellung der Juniorwahlergebnisse finden Sie hier: https://www.juniorwahl.de/europawahl-2019.html)

So wählte das Gymnasium in den Filder Benden:
Schauen wir jedoch nur auf die Wahlergebnisse unserer Schule, so hätte BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN mit 42,5% sogar noch wesentlich stärker an Stimmen gewonnen. Zweitstärkste Kraft ist weit hinter den GRÜNEN die FDP (12,8%) gefolgt von Die PARTEI (11,9%), SPD (7,3%), AfD (6,4%), Tierschutzpartei (4,6%) und erst an siebter Stelle die CDU mit nur 2,3% der Stimmen.

Geheime Wahl – versteht sich!

Nicht nur die Ergebnisse der „echten“ Europawahl, auch die Ergebnisse der Juniorwahl in Deutschland und am GfB wurden nach der Wahl von den Schülerinnen und Schülern analysiert. Besonders der Einfluss der EU-Urheberrechtsreform / Artikel 13 und 17, der Fridays for Future Bewegung oder des Videos „Die Zerstörung der CDU“ des YouTubers Rizo auf die Wahlergebnisse, gerade bei den jüngeren Wählerinnen und Wählen, wurden kontrovers diskutiert. Auch Überlegungen, ob es nicht sinnvoll wäre das Wahlalter auf 16 Jahre abzusenken, wurden angestellt und der Ruf nach einem Öko-Siegel für die Schule wurde laut.

(Anne Arians)