In Orbit – die EPH-Kunst-Kurse auf Entdeckungstour Kunstsammlung K21

Was da unter der Glaskuppeldecke des Museums K21 hängt, zog an diesem Vormittag wohl die meiste Aufmerksamkeit auf sich, obgleich auch viele andere Kunstwerke für Schmunzeln, Irritationen, Spannung oder sorgsames Nachdenken sorgten.

Auf 27 Metern Höhe ließ der Künstler Thomaso Saraceno Stahlnetze installieren, die man betreten kann. Inspiriert und begeistert von der architektonischen Struktur des Spinnennetzes kreierte Saraceno eine Installation, die den Besucher nicht nur seine Höhenangst erfahren lässt, sondern auch jeden Schritt und jede Bewegung der anderen, die auf dem Netz getan wird: Ein guter Start für eine gemeinsame Aktivität – ein guter Start für die Frage: Was macht eigentlich zeitgenössische Kunst aus und wie gehen wir als Betrachter damit um?

Insbesondere die letzte Frage beschäftigte die Schülerinnen und Schüler der EPH-Kunstkurse ganz besonders: In Gruppen war es die Aufgabe, sich als Kunstbetrachter so vor einem Kunstwerk zu inszenieren, dass die eigenen Überlegungen zum Werk über die Körperhaltung, Mimik und Gestik möglichst sichtbar werden. Die entstandenen Fotos dienten als Grundlage, um sich – zurück am GFB – über die Kunstwerke auszutauschen und gemeinsam über das Erlebte zu diskutieren. Das Museum bot mit seinen von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern individuell gestalteten Räumen viel Raum für Gesprächsstoff: Man traf auf verlassen wirkende Kammern, die an Dachböden oder Forschungslabore von Wissenschaftlern erinnern und bei denen man unerwartet mit Audioaufnahmen, Sprachnachrichten und Klängen überrascht wurden, die Fragmente einer Geschichte erzählten. In einem anderen Raum führte uns Hans-Peter Feldmann in eine Welt aus Alltagsgegenständen und deren Schatten und erinnerte an Platons berühmtes Höhlengleichnis. Und im Untergeschoss des Museums konfrontierte der Künstler Ai Weiwei den Ausstellungsbesucher mit unterschiedlichen biographischen und politisch konnotierten Kunstwerken.

Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert von der Vielseitigkeit der Kunstwerke und von den Erfahrungen und Gedanken, die zeitgenössische Kunstwerke auslösen können. Und alle waren sich einig: Auf Abbildungen gehen doch viele wesentliche Aspekte verloren. Um ein Kunstwerk betrachten und erfahren zu wollen, sollte man sich möglichst das Original anschauen – wir freuen uns also auf die nächste Exkursion!

NAF