Besuch der EF im Museum Humberghaus – ein Ort voller Erinnerungen

Humberghaus

Wieder einmal sind wir auf Tour im Rahmen des Euregio-Projektes „Unterwegs“, das wir im vergangenen Schuljahr begonnen haben, mit einem wundervollen Start im Pankok Museum und einem Ausflug nach Aalten in den Niederlanden zum „Nationaal Onderduikmuseum“ (nationales Untertauchmuseum, s. Jahrbuchartikel).
Unser heutiges Ziel führt uns nach Dingden ins Humberghaus. Hier lebte die jüdische Familie Humberg bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten und führte eine Metzgerei und einen Maufakturwarenladen.


Mit den tragisch verlaufenden unterschiedlichen Lebenswegen der Familienmitglieder setzten sich unsere Schülerinnen und Schüler gestalterisch auseinander: Diesmal werden Comics und Plakate in Gruppenarbeit entworfen, die eine Szene aus dem Leben der Familie beleuchten. Inspiration dafür liefert das zum Museum umgebaute Familienhaus.
Beim Durchschreiten der einzelnen Zimmer wandeln wir auf den Spuren der Familie Humberg. Liebevoll sind die Wohnräume bis hin zum Metzgerladen und zur Manufaktur renoviert und bieten uns als Betrachter ein Eintauchen in die bewegende Geschichte der einzelnen Familienmitglieder. Ein ganz persönlicher Teil eines jeden Mitgliedes findet sich in kleinen Schaukästen, die man öffnen kann: Hier ein Orden als Auszeichnung für Dienste am „Deutschen Vaterland“, dort ein bewegender Brief. Alles scheint sich mosaikartig zu einer großen persönlichen Geschichte der Humberg Familie zusammenzufügen. Das Fluchtfahrrad, das Ernst Humberg letztendlich zur Emigration nach Kanada verhalf, ist ebenso ein stiller Zeitzeuge wie das im Boden befindliche Wasserbecken für rituelle jüdische Handlungen, das in der Nazi-Zeit mit Müll zugeschüttet wurde.
Wir durchschreiten jeden Raum, teils über knarzende Treppen und alte Kachelböden und erleben „lebendig ergreifende Geschichte“. Bei all dem Leid, das die in Dingden fest integrierte und angesehene Familie – sie war die einzige jüdische Familie im Ort – erlebt und durchgemacht hat, zeigt sich die positive Wendung, die die Geschichte in Kanada genommen hat: Noch heute stehen die Nachfahren der Familie Humberg in persönlichem Austausch mit dem Museum Humberg in Dingden, wo alles seinen Anfang genommen hat…
Für uns war dies wieder einmal ein Tag des Nachdenkens und des tiefen Eintauchens in ein Stück deutscher Geschichte. Danke!