Schülerinnnen des GFB erinnern an die Pogromnacht

Vor dem Synagogenbogen herrscht beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am Sonntag eine Atmosphäre, die gleichermaßen schwer und hoffnungsvoll wirkt. Mehrere Kränze liegen am Mahnmal. Menschen halten inne. Stimmen jüngerer Generationen -auch Schülerinnen des GFB- stehen im Mittelpunkt und beteiligen sich am christlich-jüdischen Gottesdienst in der St. Josefkirche und der anschliessenden Gedenkfeier mit folgendem Dialog und Gedanken:

Schülerin: Heute ist der Gedenktagr die Opfer der Reichspogromnacht. Weißt du noch genau, was damals passiert ist?
Schülerin: Ja, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 haben die Nationalsozialisten in ganz Deutschland jüdische Geschäfte, Wohnungen und Synagogen angegriffen. Die Schaufenster wurden eingeschlagen, deshalb hat man das lange Zeit „Kristallnacht“ genannt, oder?
Schülerin: Genau. Aber „Reichspogromnacht“ oder ist der treffendere Begriff, weil er klar macht, dass es ein gewaltsamer, geplanter Angriff war.
Schülerin: Ich erinnere mich. Viele jüdische Menschen wurden verletzt, getötet und verhaftet, oder?
Schülerin: Ja. Tausende wurden auch in Konzentrationslager gebracht. Das war ein entscheidender Schritt zur späteren systematischen Verfolgung und Ermordung der Juden im Nationalsozialismus.
Schülerin: Deshalb ist es wichtig, heute daran zu erinnern, damit so etwas nie wieder passiert. Und so blicken wir heute auf dieses Datum zurück und wollen der Menschen gedenken, die ihr Leben, ihre Heimat und ihre Freunde und Familie verloren haben.


Was damals geschah in dieser Nacht
hat vielen Menschen Leid gebracht.
Fenster klirrten, Feuer brannte,
manch ein Mensch um sein Leben rannte.
Dass in dieser Nacht auch in Moers die Synagoge brennt,
zeigt auf, dass Hass die Menschen trennt.
Nicht nur weit entfernt, sondern auch gleich nebenan
deportieren sie jüdische Nachbarn fortan.
Nicht weil sie etwas falsch getan,
sondern einfach, weil sie jüdisch war’n.
Dass damals keiner was gesagt,
ist das, was uns heute noch plagt.
Jeder Stolperstein mahnt uns heute hinzusehen,
statt einfach verantwortungslos weiterzugehen
und hinter jedem Stein einen Menschen, ein verlorenes Leben, zu sehen.
Denn hinter jedem Stein verbergen sich Hoffnungen, Träume – ein Gesicht
und um dem zu gedenken, brennt heute unser Licht.
Ein Licht, das mahnt, Verantwortung zu tragen
und angesichts des Elends in dieser Welt nicht zu verzagen.
Dafür stehen wir heute hier,
für eine friedvolle Welt, eine Gemeinschaft – ein WIR.

Herzlichen Dank an Lenny Schulz (10d) und Victoria Kläs (10b)