Während ihre Mitschülerinnen und Mitschüler in Tokio den Schulalltag bestreiten, stehen dreizehn japanische Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 16 Jahren an den Werkbänken des FabLabs am Gymnasium in den Filder Benden. Vor ihnen liegen lasergeschnittene Holzteile, 3D-gedruckte Bauteile, Hammer, Feilen und eine Heißklebepistole. Ihre Mission: einen funktionsfähigen Süßigkeiten-Spender zusammenbauen – und natürlich die passenden deutschen Süßigkeiten gleich ausprobieren.
Der Besuch am vergangenen Donnerstag ist Teil des Programms einer Schulpartnerschaft, die Lehrerin Sabine Knapp-Hartmann seit 21 Jahren organisiert. Begleitet von zwei japanischen Lehrkräften, wurden die Gäste von der stellvertretenden Schulleiterin Gudrun Kanacher begrüßt.

Was die japanischen Gäste im FabLab vorfanden, hatten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums im Vorfeld sorgfältig vorbereitet. Moritz Goretzky, der als Schülerkoordinator das FabLab mitbetreut, hatten den Süßigkeiten-Spender entwickelt, sämtliche Bauteile am Lasercutter und 3D-Drucker vorproduziert und eine detaillierte Bauanleitung erstellt. Die Übersetzung ins Japanische gelang mithilfe von Künstlicher Intelligenz – so konnten die Gäste jeden Arbeitsschritt in ihrer Muttersprache nachvollziehen.
„Was mich nach 21 Jahren Schulpartnerschaft immer wieder beeindruckt, ist die Konzentration der japanischen Schülerinnen und Schüler. Sie lassen sich voll und ganz auf eine Aufgabe ein – mit einer Fokussierung und Hingabe, die tief in der japanischen Kultur verwurzelt ist“, berichtet Sabine Knapp-Hartmann.
Auch Moritz Briske und Moritz Goretzky zeigten sich beeindruckt. Nicht nur von der konzentrierten Arbeitsweise der japanischen Gäste, sondern auch von deren Ordnungssinn: „Am Ende der Doppelstunde war jeder Arbeitsplatz vorbildlich aufgeräumt – alle Materialien weggeräumt, kein Bonbonpapier übersehen und sämtliche Stühle angeschoben“, staunte Goretzky.


Ermöglicht wurde der Workshop durch die Unterstützung von Sascha Schneider vom Moerser Mitsubishi-Autohaus Schneider, der sich vor Ort über die Arbeit im FabLab informierte. Sein Engagement macht vieles möglich: die Anschaffung eines neuen 3D-Druckers, Verbrauchsmaterialien wie Holz und Acryl sowie eine Lasercutter-Fortbildung für Lehrkräfte. „Nur durch solches Engagement kann das FabLab betrieben und können Workshops wie dieser überhaupt durchgeführt werden“, betont die stellvertretende Schulleiterin Gudrun Kanacher. Mit Blick auf den neuen 3D-Drucker waren sich Kanacher und Schneider einig: „Man sieht, dass der wirklich gebraucht wird.“

Am Ende des Nachmittags verließen dreizehn stolze Gäste das FabLab – jeder mit einem selbstgebauten Süßigkeiten-Spender im Gepäck und einer Handvoll deutscher Süßigkeiten für den Rückweg nach Tokio.
Dank gilt auch Moritz Briske, Norik Brysch und Frieda Meyer für die tatkräftige Unterstützung.



