Gute Dokumentarfilme eröffnen neue Sichtweisen – sie zeigen Zusammenhänge, rücken Menschen und Themen ins Licht, die sonst leicht übersehen werden, und laden dazu ein, zu reflektieren, zu diskutieren und anders auf die Welt zu schauen. Seit vielen Jahren pflegt das Gymnasium in den Filder Benden deshalb eine enge Kooperation mit zwei herausragenden Filmfestivals: doxs! und doxs ruhr. Auch in diesem Jahr konnten unsere Schülerinnen und Schüler wieder einzigartige filmische Erfahrungen sammeln.
Mexikanische Perspektiven im neuen Movie Center Moers
Das Festival doxs ruhr lud die Fachschaft Spanisch in das neue Movie Center Moers ein und bot dort ein exklusives Kinoerlebnis mit anschließendem Filmgespräch mit dem Regisseur. Gezeigt wurde der spanischsprachige Dokumentarfilm Niñxs von Kani Lapuerta (DE/MX, 2025, 82 Min).
Der Film begleitet Karla, die mit sieben Jahren zum ersten Mal vor Kani Lapuertas Kamera steht. Acht Jahre später ist sie 15 – und ihr Leben, ihre Träume und ihr Blick auf die Welt haben sich verändert. Niñxs dokumentiert diese Entwicklung mit zarter Nähe und Respekt. „Ich möchte, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer lachen – dass es kein trauriger Film ist, wie die meisten, in denen wir auftreten“, sagt Karla. Eine Langzeitbeobachtung voller Leben, gedreht vor der eindrucksvollen Kulisse des heiligen Bergs Tepoztlán in Mexiko – und für unsere Schülerinnen und Schüler ein außergewöhnlicher Fremdsprachenunterricht mit allen Sinnen. (Das Titelbild zeigt ein Filmstill aus Niñxs.)
Duisburg – die GROSSE KLAPPE 2025
Auch beim renommierten Dokumentarfilmfestival doxs! in Duisburg war das GFB wieder vertreten – und zwar vor allem in der Schülerjury für die „GROßE KLAPPE“. Susan Lanisnik und Til Strauß aus der Q1 trafen sich mit Jugendlichen anderer Schulen um die nominierten Filme zu sichten, zu diskutieren und die Preisträgerinnen und Preisträger auszuzeichnen. Und natürlich moderierten sie auch souverän die Preisverleihung vor dem vollbesetzten Kino.


Die GROSSE KLAPPE 2025 ging an „Unser Name ist Ausländer“ (CH 2025) von Selin Besili.
Der Film zeigt eine in die Schweiz eingewanderte Familie. Die Kinder tragen das Wohnzimmer der Eltern nach draußen und sprechen dort über Zugehörigkeit und Identität. Archivaufnahmen aus vergangenen Jahren verschmelzen mit heutigen Szenen – ein eindringliches Bild vom erlebten Alltagsrassismus und vom Verlust kultureller Wurzeln, aber auch vom Mut, diese wiederzufinden. Die Jury lobte die Authentizität und emotionale Nähe des Films: „Wir können mit dem Thema mitfühlen und finden, dass jeder Mensch einen persönlichen Bezug aufbauen kann.“
Eine lobende Erwähnung erhielt zudem der poetische Animationsfilm „So ist das Leben und nicht anders“ von Lenia Friedrich, der mit surrealen Bildern und subtiler Symbolik vom Altern, vom Erinnern und vom Vergessen und unserem Umgang mit Älteren erzählt.
Für Susan und Til war die Teilnahme an der Jury ein echtes Highlight: „Es war beeindruckend, wie unterschiedlich die Themen und Stilmittel der Filme waren – und wie offen und respektvoll die Diskussionen in der Jury verliefen“, berichteten beide. Ihre Empfehlung an die Mitschülerinnen und Mitschüler: Unbedingt mitmachen!
So zeigt sich auch in diesem Jahr: Dokumentarfilme sind mehr als bloße Abbildungen der Wirklichkeit. Sie sind Fenster, durch die man die Welt mit neuen Augen sehen lernt – kritisch, neugierig und empathisch.




