Nach dem Ende eines Vertrags drohte dem FabLab am Gymnasium Filder Benden das Aus. Eine Spende sichert jetzt die Zukunft. Jeden Freitag steht die Schülerwerkstatt Jugendlichen aus Moers und Umgebung offen. Eine Robotik-Siegerin übernimmt die Leitung.

Es war ein Abschied, der schwerfiel: Seit Oktober 2022 hatte Anastasia Gilz, von allen liebevoll „Nastja“ genannt, das schulische FabLab am Gymnasium in den Filder Benden (GFB) fest in der Hand. Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Stadt Moers und dem Verein „Jugend hackt“ leitete sie einmal wöchentlich die digitale Werkstatt, die von der Elternschaft der Schule nach und nach aufgebaut worden war.
(Leitung vrnl: Nastja, Naja, Moritz)
Ein FabLab ist eine moderne Schülerwerkstatt mit 3D-Druckern, Lasercuttern und vielen anderen Werkzeugen. Dort setzen Schüler selbst gewählte Projekte um – im Unterricht, in der Mittagsbetreuung und nachmittags in der Freizeit. Kurz: Es wird kreatives und innovatives Lernen und Arbeiten gefördert. Freitag für Freitag entstanden im GFB-FabLab blinkende Katzen, programmierte Microcontroller, gelaserte Objekte und jede Menge kreative Ideen. Im Dezember 2025 allerdings musste die Stadt Moers den Vertrag mit Anastasia Gilz beenden.
Elternschaft und Lions Club Moers handeln schnell
Das Projekt stand also ganz kurz vor dem Aus, doch die Elternschaft ließ sich nicht entmutigen und wurde erneut aktiv. „Durch einen Hinweis wurden wir auf die Lehramtsstudentin Naja Noreiks aufmerksam“, berichtet IT-Koordinator Marc Lachmann. „Wir haben sofort den Kontakt aufgenommen.“
Was folgte, war eine erfreuliche Kettenreaktion: Durch eine Spende des Lions Club Moers wurde die Finanzierung des FabLabs für weitere Jahre gesichert. Der Förderverein des Gymnasiums schloss mit Noreiks einen Arbeitsvertrag. Auch die bewährte Kooperation mit dem Verein „Jugend hackt“, die das OpenLab von Beginn an inhaltlich mitgeprägt hat, soll fortgeführt werden.
„Das OpenLab ist in den letzten Jahren zu einem echten Herzstück unserer Schule geworden – und weit darüber hinaus. Hier treffen sich freitags Jugendliche aus dem gesamten Stadtgebiet, nicht nur unsere eigenen Schülerinnen und Schüler. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Angebot dank des Lions Club Moers nicht nur nahtlos weiterführen, sondern weiter ausbauen werden“, wird GFB-Schulleiter Arndt van Huet in einer Mitteilung zitiert.
Lions-Vizepräsident Daniel Vogel und Daniel Adelfang (Past-Präsident) haben jetzt den Check über 8500 Euro an das Gymnasium übergeben. „Bildung und Chancengerechtigkeit sind für uns keine abstrakten Begriffe“, betont Vogel. „Das OpenLab ist ein offenes Angebot für alle technisch interessierten Kinder und Jugendlichen in Moers – unabhängig davon, welche Schule sie besuchen. Das wollten wir nicht verloren gehen lassen.“
Eine neue Leiterin mit Leidenschaft für Technik
Die Leitung wird von Naja Noreiks übernommen. Die 20-Jährige studiert Biologie und Technik auf Lehramt und ist alles andere als eine Unbekannte in der Robotik-Szene: Dreimal holte sie bereits den NRW-Landessieg bei Robotikwettbewerben, einmal siegte sie bei der Science League – und in diesem Jahr nimmt sie an der World Robot Olympiade teil.
Freitags von 13.30 bis 17.30 Uhr öffnet das FabLab nun unter ihrer Leitung seine Türen – für Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in den Filder Benden, aber ausdrücklich auch für alle Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren aus Moers und Umgebung.
Ganz im Sinne des offenen OpenLab-Gedankens entscheiden die Jugendlichen selbst, woran sie arbeiten: ob gelasert, gelötet, programmiert oder gebastelt wird, bleibt ihnen überlassen.
Interesse im FabLab eigene Ideen umzusetzen?! Du musst dich nur kurz hier anmelden:
Quelle: Rheinische Post, RP Online Originalartikel auf RP Online



