Moers Festival 2019: WOKI – ein musikalisches Experiment mit SchülerInnen der 6. Klassen

Hinter WOKI (Workshop Orchester mit Kindern) verbirgt sich ein Projekt, das ca. 30 Schülern die Gelegenheit bot, mit dem diesjährigen Improviser in residence der Stadt Moers, dem mexikanischen Musiker Emilio Gordoa, klanglich experimentell zu arbeiten. Unterstützt wurde dieser dabei von dem japanischen Komponisten und Klangkünstler Tomomi Adachi und Thorsten Töpp vom Moers Festival

Drei Nachmittage probten alle zusammen mit Unterstützung der Musikschule in unserer Aula und am 23.5. wurde dann uraufgeführt.

Spannend war es, als Zuschauer während der Aufführung auf der Bühne zu sitzen und in die Aula als Bühnenraum hineinzuschauen. Was wird hier wohl gleich passieren? Alle erwarteten neugierig das Geschehen im Aula-Raum.

Es begann mit schwebenden Klängen, als die Schüler, vornehmlich der Jahrgangsstufe 6, einzeln in die Aula kamen und durch den Raum schritten, jeder einen Glockenton produzierend. – Der Zufall spielt hier eine wichtige Rolle, Aleatorik nennt man dies in der Musik. – Die Klänge vermischten sich, verhallten, prallten aufeinander. Immer neue Klänge entstanden durch Schichtklänge oder Cluster, die die Schüler mit Hilfe der Musiker auch als Chor produzierten. Vom Flüstern bis hin zum Schreien, Brabbeln – alles wurde hörbar gemacht und die menschliche Stimme auf unterschiedlichste Weise untersucht. Spannend!

Wie klingt Stahlwolle, wenn sie verstärkt wird? Die Schüler untersuchten dies an Tischen, die mit verschiedenen Materialien versehen waren. Es entstanden elektronische Klänge, die in die große „Gesamtimprovisationscollage“ eingebaut wurden.

Schließlich wuchs ein finales großes Orchester heran, bis jedes Kind ein Instrument hatte. Alle schauten gebannt auf Emilio Gordoa, der mit präzisen Zeichen dirigierte. Viele Schüler hatten ihr eigenes Instrument mitgebracht und staunten, welche Klänge sie ihm entlocken konnten.

Toll war das experimentelle Ergebnis, das die Schüler mit Hilfe der Profis zu Gehör brachten! Und das Großartigste war die Energie, die alle auf die Bühne brachten und das Sich-einlassen auf eine musikalische Tonsprache, die weder die Sechstklässler noch das Publikum gewohnt waren.

Ein unvergessliches Erlebnis für Schüler und Zuhörer! Bravo!!!

I.v.J.