“Mr. Goebbels Jazz Band” am Gymnasium in den Filder Benden

Lesung mit Demian Lienhard

Am Montag, dem 18.9.23 konnten wir am GFB den Schweizer Autor Demian Lienhard begrüßen. Er las aus seinem historischen Roman „Mr. Goebbel‘s Jazz Band“.

In dem Buch geht es um die einzige legale Jazzband im nationalsozialistischen Deutschland – Jazz galt eigentlich als „entartete Kunst“ und „Negermusik“. Aber Reichspropagandaminister Goebbels brauchte die Band, um in dem englischsprachigen, auf Großbritannien zielenden deutschen Auslandsradiosender „Germany Calling“ zwischen den „Nachrichten“ bzw. der Propaganda die in England beliebte Jazz-Musik zu spielen. Sprecher dieses Radiosenders war William Joyce (Deutsch: Wilhelm Fröhlich), der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von Großbritannien wegen Landesverrats hingerichtet wurde.

Während der Lesung hatten wir – kurz – die Möglichkeit Fragen an den Autor zu stellen und durften dem Autor zuhören, wie er die ersten Seiten seines Buches vorlas. Lukas Bosold aus der 10d: „Die Lesung war sehr interessant. Es ist eine große Chance, einen berühmten Autor einmal selbst kennen zu lernen, wir haben uns sehr über den Besuch gefreut.“

Organisiert, wie auch finanziert, wurde die Lesung von der Stadt Moers, als Vertreter war Demokrat Ramadami zu Besuch. Auch anwesend war der Initiator Konrad Göke. Göke will mit Schülern des GFB bald ein Projekt zu dem Thema starten.

Das Buch wird nach den Ferien auch in der Schülerbibliothek ausleihbar sein!

Marie Kirschstein, 10d

Zum Autor:

Demian Lienhard, geboren 1987, aus Bern, hat in Klassischer Archäologie promoviert. Für sein Romandebüt Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat (FVA 2019) wurde er mit dem Schweizer Literaturpreis 2020 ausgezeichnet. Lienhards Roman Mr. Goebbels Jazz Band, für den er u. a. Stipendien von Pro Helvetia, dem Literarischen Colloquium Berlin, der Stadt Zürich und dem Aargauer Kuratorium erhielt und Rechercheaufenthalte in Galway, London und Berlin absolvierte, erscheint im Frühjahr 2023 in der FVA. Demian Lienhard lebt und arbeitet in Zürich.

Zum Buch (Klappentext):

Berlin, Frühjahr 1940. Auf Beschluss von Joseph Goebbels wird für den Auslandsradiosender Germany Calling eine Big Band gegründet, die als Mr. Goebbels Jazz Band internationale Bekanntheit erlangt. Die besten europäischen Musiker, darunter auch Ausländer, Juden und Homosexuelle, spielen im Dienst der NS-Propaganda wortwörtlich um ihr Überleben – ausgerechnet mit Jazz, der als “entartet” galt. Bis zu 6 Millionen britische Haushalte täglich lauschen den Swing-Stücken mit anti-alliierten Hetztexten und dem Star-Moderator William Joyce alias Lord Haw-Haw, der nach seinem Aufstieg in der British Fascist Union aus London nach Berlin geflohen war. Joyce soll den Erfolg “an der Front im Äther” literarisch dokumentieren lassen. Der dafür ausgewählte Schweizer Schriftsteller Fritz Mahler findet sich im Zuge seines Auftrags, einen Propagandaroman über die Band zu schreiben, in verruchten Berliner Clubs und illegalen Jazzkellern wieder, trinkt zu viel Cointreau, verzettelt sich in seinen Recherchen und muss nicht nur die Skepsis der Musiker überwinden, sondern auch seine gefährlichen Auftraggeber über das schleppende Vorankommen seines Unterfangens hinwegtäuschen.